Erst das Haus - dann der Garten?

Nach Abschluss der oft intensiven und kostspieligen Bauarbeiten am Wohnhaus rückt für viele Bauherren der nächste Schritt in den Blick: die Gestaltung des Gartens.
Nicht selten zeigt sich der Außenraum nach der Bauphase jedoch in einem ernüchternden Zustand. Häufig ist von der ursprünglichen Bodenstruktur kaum noch etwas übrig. Die fruchtbare Humusschicht wurde abgetragen, sodass teilweise nur noch Unterboden vorhanden ist. In manchen Fällen ist das Grundstück großflächig mit einer dicken, fest verdichteten Schotterschicht bedeckt. Hinzu kommt, dass durch die Fahrbewegungen schwerer Baumaschinen der Boden stark verdichtet wird – mitunter bis in Bereiche, die sich später nur noch mit erheblichem Aufwand oder gar nicht mehr vollständig regenerieren lassen. Leider betrifft diese Verdichtung oft auch den Wurzelraum vorhandener Bäume.
Diese Ausgangssituation führt häufig zu zusätzlichem Arbeitsaufwand und damit auch zu höheren Kosten bei der späteren Gartengestaltung. Besonders dann, wenn der Garten in Eigenleistung angelegt werden soll, können stark verdichtete Böden oder massive Schotterschichten ohne den Einsatz größerer Maschinen schnell zur Herausforderung werden.
Es lohnt sich daher, bereits während der Bauphase einige grundlegende Punkte zu beachten.
Der Schutz des Bodens hat oberste Priorität.
Zu beachten sind unter anderem das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sowie die DIN 18915 für Bodenarbeiten.
Fruchtbarer Oberboden sollte unbedingt getrennt gelagert und so aufbewahrt werden, dass er später wieder auf die Gartenflächen zurückgebracht werden kann.
Ebenso sinnvoll ist es, schon zu Beginn der Bauarbeiten feste Fahrwege festzulegen. Besonders ton- und lehmbetonte Böden reagieren empfindlich auf Befahren – vor allem bei feuchter Witterung. Die entstehenden Verdichtungen lassen sich später nur schwer oder gar nicht mehr vollständig beheben. Wenn möglich, sollten daher Gartenflächen grundsätzlich nicht bei Nässe befahren werden.
Auch für Baumaterialien empfiehlt es sich, feste Lagerflächen zu definieren. Idealerweise werden Materialien dort gelagert, wo später ohnehin befestigte Flächen wie Terrassen, Wege oder Zufahrten entstehen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen vorhandene Bäume.
Wenn Sie in der vorteilhaften Situation sind, bereits einen oder mehrere Bäume im Garten zu haben - herzlichen Glückwunsch! Sie prägen einen Garten von Anfang an und stellen einen großen Wert dar. Der Schutz erhaltenswerter Bäume ist in der DIN 18920 geregelt.
Ein Stammschutz kann mechanische Schäden durch Baustellenverkehr und -arbeiten verhindern. Noch wichtiger ist jedoch der Schutz des Wurzelbereichs. Dieser umfasst in der Regel den Bereich der Kronentraufe zuzüglich etwa 1,50 Meter. In diesem Bereich sollten weder Baumaschinen fahren noch Materialien gelagert werden, da Verdichtungen die Vitalität der Bäume nachhaltig beeinträchtigen können. Das gilt ebenso für größere Sträucher.
Planen Sie ein realistisches Budget ein.
Neben diesen Schutzmaßnahmen ist auch eine realistische Budgetplanung hilfreich. Wer sich einen vielfältigen, lebendigen und dauerhaft funktionierenden Garten wünscht, sollte für die Außenanlagen etwa 15 % der Hausbaukosten einplanen, mindestens jedoch etwa 150 € pro Quadratmeter. Der tatsächliche Betrag hängt stark von der Größe des Grundstücks, der gewünschten Ausstattung, den verwendeten Materialien und dem Anteil an Eigenleistung ab. Bei Hanggrundstücken können beispielsweise Erdmodellierungen, Stützmauern oder Treppenanlagen einen erheblichen Kostenanteil ausmachen, sodass die genannten Richtwerte schnell überschritten werden.
Im Idealfall beginnt die Auseinandersetzung mit der Gartengestaltung bereits parallel zur Planung von Wohnhaus und Garage. Ein erstes grobes Konzept hilft dabei, zukünftige Pflanzflächen frühzeitig zu berücksichtigen und während der Bauphase gezielt zu schützen. Dadurch lassen sich viele Probleme vermeiden – und der Garten kann sich später von Beginn an gesund entwickeln.
